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postheadericonDeutsche Topmanager üben Kritik am Kapitalismus

Publiziert am 6 März, 2012 unter Politik
Gute Nachrichten

Klaus Kleinfeld, früher, nach Heinrich von Pierer, kurz Siemens-Chef und heute Boss des Aluminiumherstellers Alcoa und Gerhard Cromme, “Hansdampf” in vielen Aufsichtsräten bei deutschen Topfirmen  gelten sicherlich beim “Normalbürger”  mit ihren Millionengehältern geradezu als Synonym des Kapitalismus.


“Multiaufsichtsrat Cromme”
Bild-Quelle: dpa

Gerade diese beiden kritisieren die derzeitigen Auswüchse des Finanzkapitalismus und setzen sich für eine stärkere Beachtung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft ein!

Cromme kritisiert die Banken für deren unvorsichtigen Umgang mit Kapital und sagt: “wenn etwas schiefgeht, muss der Staat, also der Steuerzahler, einspringen. Das führte zu einem Vertrauensverlust gegenüber der gesamten Finanzwirtschaft.” Cromme meint weiter, dass der Glaube der Deutschen an die Durchlässigkeit nach oben stark gelitten und dass die Lage des deutschen Mittelstands immer prekärer wird. Und weiter: “Oben werden sie immer reicher, unten herrscht im günstigsten Fall Stagnation. Ich glaube fest an das Solidarprinzip unserer Gesellschaft. Dazu müssen die Besserverdiener ihren Beitrag leisten.”

Solche Sätze von solch einem Mann sind äußerst bemerkenswert, umso mehr als man diese Argumente von dort “oben” wohl nicht unbedingt erwartet.

Und was sagte Klaus Kleinfeld am letzten Samstag im Weser-Kurier? “Bei allem Verständnis für die Bedürfnisse der Kapitalmärkte halte ich viel davon, sie so weit wie möglich mit der Realwirtschaft zu verschränken, das wird noch viel zu wenig verstanden und diskutiert.” Daraus aber die Schlussfolgerung zu ziehen, dass unser Wirtschaftssystem grundsätzlich verkehrt sei, sei grundfalsch. Es gebe kein besseres System als das Modell der sozialen Marktwirtschaft.

Nun, den Vater der sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard (1887 – 1977), würden diese Worte freuen, wenn er sie noch hören könnte.

 

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