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postheadericonNach 25 Jahren findet Inder seine Mutter dank Google Earth

Publiziert am 19 April, 2012 unter Erfolgsgeschichten
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Es gibst wohl verschiedene Versionen der Geschichte die wie ein modernes Märchen klingt, doch eines ist Fakt: Der Inder Saroo Brierley war ein Vierteljahrhundert als vermisst erklärt worden und fand mit Hilfe des Word Wide Webs und Menschen die ihm halfen seine Familie nach 25 Jahren wieder.


Bild-Quelle: spiegel

Aus welchen Gründen Saroo Brierley damals verschwand ist nicht genau bekannt. Die englischsprachige Presse wertet diese Geschichte jedenfalls als “modernes Wunder”, so der “Spiegel”. Und das ist es auch, denn das Internet ist “modern” und hat den indischen Geschäftsmann nach einem Vierteljahrhundert zurück zu seiner Familie geführt.

Was wohl vor 25 Jahren exakt geschah ist unklar – es gibt verschiedene Versionen. Saroo war jedenfalls in einem Zug unterwegs, in dem er eingeschlafen war. Als er nach ca. 14 Stunden aufwachte, fand er sich in der ihm völlig fremden Stadt Kalkutta wieder. Über Wochen hielt er sich durch Betteln über Wasser, bis er in ein Waisenhaus kam. Man gab ihn daraufhin zur Adoption frei, da er weder sagen konnte, wie sein Familienname lautete, noch aus welcher Stadt er stammte. Seine “Reise” führte ihn allerdings nach Tasmanien (Australien). Dort hatten seine Adoptiveltern sogar eine Firma, in der er heute arbeitet.

Genau dort begann für den heute 30-Jährigen die Suche nach seiner leiblichen Familie. Er kann sich kaum noch an die Zeit erinnern, aber seine indischen Wurzeln hatte er nie vergessen. Google Earth sollte ihm den Weg zu seiner Heimat zeigen.
Das ganze Land suchte er nach irgendwelchen Anhaltspunkten ab, doch leider vergebens. Dennoch er gab nicht auf. Er berechnete schließlich, wie weit er in jener Nacht mit dem Zug gefahren sein musste. Daraufhin zog er einen entsprechenden Kreis um Kalkutta, der für die Entfernung in Frage kam und stieß auf einem Ort namens Khandwa in Zentralindien. “Als ich das endlich gefunden hatte, zoomte ich in die Karte rein, und zack, gleich kam alles wieder. Ich konnte sogar den Wasserfall erkennen, an dem ich als Kind gespielt hatte.”
Das nächste Internet-Werkzeug kam nun zum Einsatz: Facebook. Dort fand er eine Gruppe von Einwohnern aus seiner Heimatstadt. Er erzählte ihnen von seinen Erinnerungen und nannte ihnen die Vornamen einzelner Familienmitglieder. Er erhielt Informationen, die ihn dazu veranlassten, dass er wenig später im Flieger saß, auf dem Weg nach Khandwa. Dort angelangt war die Enttäuschung groß, als er endlich vor dem Haus seiner Familie stand,: “Die Tür war verschlossen. Das Schloss sah alt und abgenutzt aus, als hätte dort schon lange niemand mehr gewohnt.”

Mit einem Foto von sich aus der Zeit als er verschwand befragte er Nachbarn. Es geschah das unfassbare. Einer von ihnen führte Saroo direkt zu seiner Mutter. Erst erkannte er sie nicht: “Als ich sie zuletzt gesehen habe, war sie 34 Jahre alt und eine schöne Frau. Ich hatte vergessen, wie die Zeit ihre Spuren hinterlassen kann.” Doch nach einer Weile sah er die vertrauten Gesichtszüge, an die er sich nur allzu gut erinnern konnte und ließ sich in das Haus seiner Mutter führen.

Die Begegnung der beiden war anfangs “von stummen Staunen erfüllt”, schildert Saroo. Weder Mutter noch Sohn hätten wohl je ernsthaft mit einem Wiedersehen gerechnet. Einer jedoch hatte daran geglaubt: ein Wahrsager prophezeite Saroos Mutter, dass sie ihren Sohn eines Tages wieder sehen würde.

Eine zutiefst schöne und zugleich rührende Geschichte. Vielleicht sieht man sie ja sogar bald auf den großen Leinwänden im Kino, denn laut BBC sind bereits Verlage sowie Filmproduzenten höchst interessiert an Saroo Brierleys Geschichte. Dies dürfte ihn dann wohl zu einem weiteren “Slumdog Millionaire” machen. ;-)

Update (17.10.2013):
Brierley hat den neuesten Angaben zufolge seine Erlebnisse in einem Buch mit dem passenden Titel “A long way home” (deutsch: “Ein langer Weg nach Hause”) verarbeitet.

 

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