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postheadericonKolumbianische Geiseln kommen nach mehr als zehn Jahren frei

Publiziert am 3 April, 2012 unter Politik
Gute Nachrichten

Kolumbien ist ein Land, das seit über 60 (!) Jahren politisch nicht zur Ruhe kommt. Seit 1948 herrscht dort mehr oder weniger ununterbrochen Bürgerkrieg. Im Jahr 1964 bildete sich die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia = revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens), eine sich selbst als marxistisch bezeichnende Guerillabewegung. Diese führt seit ihrer Gründung einen bewaffneten Kampf gegen den Staat und seine Vertreter, aber auch gegen völlig Unbeteiligte. Die FARC wird von vielen Staaten, darunter auch von den 27 EU-Staaten als Terrororganisation eingestuft.

Die FARC finanziert sich durch Erpressungen als Folge von Geiselnahmen, durch Goldabbau und durch die Herstellung und den Schmuggel von Drogen.


Vier der befreiten Geiseln: Einer von ihnen, Salcedo Guarín hat in der Geiselhaft zwei Vögel gezähmt.
Bild-Quelle: standard/ reuters/fredy builes

Einen Hoffnungsschimmer gab es gestern, als die FARC-Rebellen die letzten zehn Polizisten und Soldaten freigelassen haben, die sich seit über zehn Jahren in deren Gewalt befanden. Die Geiseln wurden mit einem Hubschrauber der brasilianischen Armee nach Villavicencio, etwa 150 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bogota, ausgeflogen. Das teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit. Es handelt sich um sechs Polizisten und vier Unteroffiziere, die in der Zeit von 1998 bis 1999 bei diversen Angriffen entführt worden waren.

Mit deren Freilassung erfüllen die Rebellen eine der Bedingungen der kolumbianischen Regierung zur Aufnahme von Friedensverhandlungen. Der kolumbianische Präsident, Juan Manuel Santos, verlangt zudem die Freilassung aller zivilen Geiseln, den Abbruch der Beziehungen zu den Drogenhändlern und die Beendigung der Angriffe auf die Zivilbevölkerung.

In Europa machte uns die Presse vor vier Jahren auf die Freilassung der Franko-Kolumbianerin Ingrid Betancourt aufmerksam. Die Ex-Präsidentschaftskandidatin wurde Mitte 2008 nach etwa sechseinhalb Jahren Geiselhaft in einer spektakulären Operation des kolumbianischen Militärs befreit.

Es ist sicher ein großer Fortschritt, wenn beide Parteien miteinander reden wollen statt aufeinander zu schießen.

Vielleicht war die Freilassung der Geiseln gestern ein vielversprechender Anfang.

 

 

Quellen: standard, stern