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postheadericonAusschlafen – eine Hilfe gegen Schmerzen

Publiziert am 28 Dezember, 2012 unter Gesundheit
Gute Nachrichten

Regelmäßiges Ausschlafen senke die Schmerzempfindlichkeit stärker als Kodein haltige Schmerzmittel. Das haben US-amerikanische Forscher anhand eines Experimentes herausgefunden und berichten im Fachmagazin “SLEEP” darüber. Chronisch übermüdete Probanden holten ihr Schlafdefizit während der Studie wieder auf und dabei sank deren Schmerzempfindlichkeit um ein Viertel.

gesundheit  Ausschlafen – eine Hilfe gegen Schmerzen Frau schlaeft

Ausschlafen ist gut gegen chronische Schmerzen.
©Sarah Blatt / pixelio.de

Für unsere schnelllebige Gesellschaft ist Schlafmangel ein der typisches Merkmal. Die Menschen schlafen schlichtweg einfach immer weniger und kürzer, kein Wunder also, dass zwischen 13 und 25 Prozent der Menschen heute als chronisch übernächtigt gelten. Timothy Roehrs von der Wayne State University in Detroit und seine Kollegen erklären, dass in den 1960er Jahren der durchschnittliche Nachtschlaf noch acht Stunden dauerte. Heute ist das meist nicht mehr der Fall. Inzwischen wird der für uns so gesunde und wichtige Schlaf auf rund sieben Stunden reduziert. Laut einer Erhebung in den USA stellte sich heraus, dass 21 Prozent der Bevölkerung sogar nur noch sechs Stunden und weniger schlafen. Laut den Forschern sei das aber für die meisten Menschen viel zu wenig.

Viele kennen bestimmt den Ausspruch “Schlaf‘ dich gesund!”? Es ist also schon lange bekannt, dass schlafen eine gute und ganz natürliche Medizin ist. Wenn jemand dauerhaft zu wenig schläft und somit unter chronischem Schlafmangel leidet, bringt dies sowohl körperliche als auch psychische Folgen mit sich. Man weiß auch seit längerem, dass Schlafmangel empfindlicher gegenüber Schmerzreizen macht. Schon eine einmalige Verkürzung der Nachtruhe um die Hälfte erhöhte in einem Versuch die Schmerzempfindlichkeit von Probanden um bereits 24 Prozent. Was man bis jetzt allerdings noch nicht wusste, war, ob sich dieser Effekt genauso simpel wieder rückgängig machen lasse, sagten die Wissenschaftler.

Folgendes Experiment musste her:
Die Forscher führten die Studie mit 18 jungen, chronisch übernächtigten Probanden durch. Um die Schmerzempfindlichkeit zu testen mussten die Testpersonen ihren Zeigefinger auf einen Metallkasten legen, der an einer Stelle sehr heiß wurde. Die Teilnehmer sollten ihren Finger so lange an der Stelle liegen lassen, bis sie den ersten eindeutigen Schmerz spüren konnten. Die Zeit bis zum ersten deutlich wahrnehmbaren Schmerz wurde bei jedem gemessen. Im Anschluss durfte genau die Hälfte der Probanden lange ausschlafen und die Restlichen schliefen so kurz wie immer. Danach wurde der Test wiederholt.

Roehrs sagte: “Wir waren überrascht, wie stark sich die Schmerzempfindlichkeit bei den ausgeschlafenen Probanden verringerte”. Diese ließen ihren Finger im Durchschnitt 25 Prozent länger auf der heißen Stelle als vor dem Ausgleichen ihres Schlafmangels. Das sei sogar länger gewesen als bei einem vorhergehenden Experiment, bei dem man auf die gleiche Art und Weise die Wirkung eines Kodein-haltigen Schmerzmittels testete. Die Schmerzschwelle war bei Probanden, die das Kodein einnahmen allerdings nur um 14 Prozent verringert worden, wie die Wissenschaftler berichten.

“Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig ausreichend Schlaf ist – vor allem für Patienten mit chronischen Schmerzen oder vor einer potenziell schmerzhaften Operation”, sagt Roehrs. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass das auch für Apnoe-Patienten gelte, wie ein weiterer Test gezeigt habe: Als die Betroffenen nachts eine entsprechende Maske trugen, die ihnen kontinuierlich Sauerstoff zuführte, schliefen sie ohne die für die Krankheit typischen Atemaussetzer durch und am nächsten Morgen sank deren Schmerzempfindlichkeit sogar um 28 Prozent gegenüber den Ausgangswerten.

Regelmäßiges Ausschlafen macht demnach nicht nur wacher, sondern hilft auch gegen so mancherlei chronische Schmerzen und ist wesentlich gesünder, natürlicher und preisgünstiger, als sich pharmazeutische Schmerzmittel einzuwerfen.

 

Quelle: scinexx.de