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Publiziert am 28 Dezember, 2012 unter Wissenschaft
Gute Nachrichten

Oberflächen etwa an Gebäuden oder an Schallschutzwänden, die mit photokatalytischen Eigenschaften ausgestattet sind, sind in der Lage, die Luft von Stickoxiden zu reinigen.

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© Rainer Sturm / pixelio.de

In den Siebzigerjahren waren die Begriffe “saurer Regen”, “Waldsterben” oder “Smogalarm” nahezu täglich in den Medien zu lesen oder zu sehen. Abhilfe schufen damals effektive Filteranlagen in den Schloten der Kraftwerke und der Fabriken. Heute ist für viele Menschen in Ballungszentren die hohe Schadstoffbelastung durch den Autoverkehr ein großes Problem.
Dr. Michael Hüben vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Oekologie IME in Schmallenberg stellt fest: “Vor allem an stark befahrenen Strecken besteht dringender Handlungsbedarf.” Die Forscher vom IME wollen mithilfe des Projektes “Wirksamkeit des photokatalytischen Stickoxid-Abbaus an beschichteten Bauwerks-Prüfkörpern” herausfinden, in welchem Maße photokatalytischen Oberflächen zum Abbau von NOx beitragen können und wie sich die Beschichtungen im Langzeitbetrieb bewähren. Die Stickoxide der Sorte NOx sind besonders lästig und unerwünscht, weshalb die Europäische Union die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß inzwischen weiter verschärft hat.

Um über verbesserte Messmethoden neue Erkenntnisse über die Langzeitwirkung und die Effektivität von photokatalytischen Beschichtungen zu bekommen, installiert das IME entlang der Autobahn A4 bei Bergisch Gladbach Schallschutzwand-Prüfkörper, die bereits vor längerer ausgelagert wurden und somit einen gewissen Alterungsprozess bereits hinter sich haben. “Die Oberfläche des Prüfkörpers muss photokatalytisch aktiv sein, das heißt, sie baut NOx unter Lichteinfluss ab”, erläutert Dr. Hüben den Versuchsaufbau. In den Oberflächen der Prüfkörper befindet sich Titanoxid als Katalysator (Reaktionsbeschleuniger). Dies ist ein kostengünstiges Material, das in großen Mengen zur Verfügung steht. Unter dem Einfluss des Tageslichts werden die Stickoxide mithilfe des Titanoxids in Nitrat umgewandelt. In den nächsten zwei Jahren werden die Forscher regelmäßig prüfen, wie viel Stickoxid abgebaut wird. Danach kann man erst sicher sein, ob die Anstriche langfristig wirksam sind. Somit erhält man eine solide Basis, um sagen zu können, dass der Anstrich ganzer Gebäudeoberflächen wirtschaftlich vertretbar ist.
Man geht also nicht her wie bei der Gebäudeisolation und klatscht einen Vollwärmeschutz auf die Häuser, ohne die Langzeitwirkung dieser Methode im Vorfeld zu prüfen. Schimmel und sonstige, die Umwelt belastende Schäden sind hier die Folge, wie man mittlerweile weiß.

Die Männer vom IME sind sehr gespannt und vorsichtig optimistisch, mit Anstrichen, die mit photokatalytischen Eigenschaften ausgestattet sind, nachhaltig die Luft in unseren Städten zu verbessern.

 

Quelle: fraunhofer.de

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