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postheadericonHilfe für Haiti mit menschlichen Fäkalien

Publiziert am 5 Juli, 2013 unter Erfolgsgeschichten
Gute Nachrichten

Haiti leidet immer noch stark unter den Folgen des verheerenden Erdbebens im Jahr 2010. Die Hälfte aller weltweit vorkommenden Choleraerkrankungen gibt es in Haiti. Dies ist eine Folge der teilweise katastrophalen hygienischen Verhältnisse auf der schönen aber armen Karibik-Insel.
Nur zehn Prozent der Einwohner auf dem Land und weniger als 25 Prozent der Bewohner der Städte haben Zugang zum Abwassersystem

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Kompost aus ökologischen Abfällen verbessert die Qualität des Bodens.
© oursoil.org

Sasha Kramer, eine Studentin der Ökologie an einer Fachhochschule in den USA, kam im Jahr 2004 als Beobachter für Menschenrechte auf die Insel. Als sie unterwegs im Land war und plötzlich eine Toilette gebraucht hätte und keine zu finden war, ist ihr schlagartig klar geworden, wie wichtig das Vorhandensein einer sauberen Toilette für das eigene Gefühl von Würde ist. Plötzlich hat sie gemerkt, wie weit ihre Arbeit als Beobachterin für die Einhaltung der Menschenrechte von den eigentlichen, praktischen Problemen im Land abwich.

Sie sagt: “Ich habe probiert, einen Weg zu finden, diese zwei Dinge zusammenzubringen und sie kamen dadurch zusammen, dass ich realisierte, dass der vorherrschende Grund für die Verletzung der Menschenrechte in Haiti die Armut ist. Die Menschen haben keinen Zugang zu einer Grundversorgung mit Trinkwasser, Abwassersystemen oder Nahrung.” Das Wissen von Sasha Kramer, das sie ihrem Ökologie-Studium hatte, ließ sie rasch erkennen, dass Toilettenabfälle viel Stickstoff enthalten und in einen wertvollen Rohstoff umgewandelt werden könnten.
“Stickstoff war das erste was mir einfiel und ich dachte, wir scheiden ihn aus und er endet im Ozean und macht die Menschen krank, wir können ihn jedoch an Land gebrauchen. Somit müssen wir einen Weg finden, den Kreislauf zu schließen.”

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Eine von SOIL installierte Kompost-Toilette.
© oursoil.org

Kramer gründete eine neue gemeinnützige Organisation, die sie Sustainable Organic Integrated Livelihoods (SOIL) im Jahr 2006. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, quer über Haiti sichere, saubere und preiswerte Toiletten zu installieren. “Unsere Aufgabe ist es, Abfälle in Rohstoffe zu verwandeln. Wir machen das vor allen Dingen mit menschlichen Abfällen, was für die Mehrheit ekelhaft klingt, und wir wandeln die Abfälle in etwas Wertvolles um. Wir machen daraus Erdreich und dann benützen wir diesen reichen Kompost, um landwirtschaftliche und Wiederaufforstungsprojekte zu unterstützen”, argumentiert Frau Kramer.

Mittlerweile hat SOIL mehr als 24.000 Menschen in ganz Haiti mit Kompost-Toiletten versorgt. Darunter sind auch 14.000 Menschen, die immer noch in Lagern leben müssen, weil sie bei dem Erdbeben 2010 ihr Zuhause verloren haben. Sasha Kramer ist überzeugt, dass die Arbeit von SOIL einen großen Einfluss darauf hat, wie wir leben und wie wir uns der Natur gegenüber verhalten. “Die Natur recycelt alles und findet Verwendung für alles” ist sich Frau Kramer sicher.

Eine tolle Sache und gar nicht “anrüchig”, wie das Thema anfangs vermuten lässt. ;-)

Weitere Infos findet ihr unter oursoil.org

 

Quelle: positivenews.org.uk