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postheadericonIn Island entsteht ein Öko-Rechenzentrum

Publiziert am 8 Juli, 2013 unter Wirtschaft
Gute Nachrichten

Verne Global, ein britischer Hostinganbieter, errichtet in der Nähe der isländischen Hauptstadt Reykjavik eine Rechenzentrum. Die Stromversorgung der Anlage erfolgt ausschließlich aus erneuerbaren Quellen, und zwar aus Wasserkraft und Erdwärme.

Keflavik, Island, positive nachrichten

Schwefelquelle in Island nahe Keflavik
© Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Der IT- und Telekommunikationsdienstleister Colt, der große Teile der Anlage baut, sagt, dass es sich dabei um das weltweit erste Rechenzentrum handelt, das kein Kohlendioxid ausstößt. Die Anlage wird 50 Kilometer südlich der Hauptstadt auf der ehemaligen NATO-Basis in Keflavik errichtet. Die komplette Anlage hat 37 Komponenten aus Glas und Stahl, die von Colt in Großbritannien vorgefertigt werden. Diese Teile werden Anfang Oktober nach Island verschifft und in einer Halle in Keflavik zusammengebaut.

Die Komponenten sind klimatisierte Boxen, in den die Server eingebaut werden. Sie enthalten Stromanschlüsse, sowie Kühl- und Belüftungseinrichtungen. Weiterhin sind Beleuchtung und Überwachungssysteme installiert. Die Server und die Glasfaserkabel werden von einer anderen Firma geliefert. Bauherr ist der Hostinganbieter Verne Global, der mit dieser Anlage noch in diesem Jahr ans Netz gehen will.

Keflavik liegt in einem Geothermiegebiet. Man hat dort bereits ein Geothermiekraftwerk, das Fernwärme und elektrischen Strom aus Wasser erzeugt, das vom nahegelegenen Vulkan Svartsengi erhitzt wird. Weiterhin speist das heiße Wasser noch ein Thermalfreibad, das man unter dem schönen Namen “Blaue Lagune” seit längerem kennt.

Rechenzentren sind enorme Energiefresser. Alleine Google verbrauchte im Jahr 2010 etwa 2,26 Terawattstunden an elektrischer Energie, um seine Rechenzentren zu speisen. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden, eine fast unvorstellbare Menge.
Aus diesem Grund sind die großen Internetunternehmen auf der Suche, Ihren Energieaufwand zu drosseln. Man will also dort hingehen, wo Energie preiswert, umweltfreundlich und nachhaltig zur Verfügung steht.

Somit wird Island mit seinen natürlichen, CO2-freien Ressourcen ein immer interessanterer Standort für Industrie und Dienstleister mit hohem Energiebedarf. Hier sparen Firmen Kosten und die Umweltbelastung mit CO2 wird verringert.

 

Quelle: golem.de