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postheadericonFischereiverbot in Kiribati

Publiziert am 7 Juli, 2014 unter Umwelt
Gute Nachrichten

Der Inselstaat Kiribati liegt westlich von Australien und erstreckt sich über eine Vielzahl von Inseln Mikronesiens und Polynesiens beidseits des Äquators. Damit befindet sich Kiribati mitten im weltgrößten Meeresschutzgebiet, der Phoenix Islands Protection Area. Die Gesamtfläche des Staates beträgt 410.000 Quadratkilometer. Innerhalb dieses Gebietes haben die Inseln eine Landfläche von nur 800 Quadratkilometern.

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Butaritari, Kiribati
© KevGuy4101 / flickr.com (CC BY 2.0)

Wenn man sich die geographische Lage veranschaulicht denkt man unwillkürlich an Südseeromantik, Palmen und Sandstrände. Doch das ist weit gefehlt, denn Kiribati gilt als eines der ärmsten Länder der Region. Umso bemerkenswerter ist der Entschluss der Regierung von Kiribati, ab 2015 den Fischfang innerhalb des Staatsgebietes komplett einzustellen. Es geht neben anderen Meerestieren vor allen Dingen um den weltweit begehrten Thunfisch, der dort gefangen wird. Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass Kiribati nicht nur selbst vom Fischfang lebt, sondern darüber hinaus Fischereilizenzen an Taiwan, China und Japan verkauft.

Meeresökologe Christian Wild von der Universität Bremen und dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) sagte in einem Interview mit pressetext: “Insbesondere erwähnenswert ist, dass diese Entscheidung durch ein armes Entwicklungsland getroffen wurde, das wirtschaftlich stark von der Fischerei abhängt. Hier wird ein neuer Weg gegangen, der es vorzieht, über einen langen Zeitraum stabile Fischereierträge zu ermöglichen, anstatt kurzfristig hohe Erträge.”

Christmas Island, Republic of Kiribati, meeresschutzgebiet

Christmas Island, Kiribati
© Anderson Smith2010 / flickr.com (CC BY 2.0)

Das Fischereiverbot hilft aber auch den Korallenriffen. Im Schutzgebiet Phoenix Islands liegen etwa 200 verschiedene Korallenarten und mehr als 500 Arten von Korallenfischen. Weiterhin gibt es eine Menge an Meeresschildkröten, Seevögeln, Delfinen und Walen. Wissenschaftler Wild bemerkt dazu: “Als Korallenriffforscher freut mich natürlich, dass in dem Meeresschutzgebiet auch eine Reihe von Korallenriffen mit einer hohen Artenvielfalt liegen. Wir vom ZMT haben bereits einige Projekte im Südpazifik, so dass es spannend wäre, den Erfolg dieser Maßnahme wissenschaftlich zu begleiten und mit anderen Riffen in der Region zu vergleichen, die diesen umfassenden Schutz nicht genießen.”

Man kann der Regierung von Kiribati unter ihrem Präsidenten Anote Tong nur respektvoll zurufen: “Alle Achtung, Herr Präsident, für diese Maßnahme.”

 

Quelle: pressetext.com