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postheadericonAbfall abschaffen – geht das?

Publiziert am 29 August, 2015 unter Umwelt
Goose

Als der US-Amerikaner und gebürtige Ungar Tom Szaky vor 14 Jahren TerraCycle gründete, bewegte ihn ein Grundgedanke: Abfall abschaffen. Dass das in einer Wegwerfgesellschaft, wie wir sie heute kennen, nicht von heute auf morgen funktionieren kann, versteht sich von selbst. Doch anstatt den Kopf deswegen in den Sand zu stecken und sich damit abzufinden, drehte Szaky den Spieß um. Was wäre, wenn man “Abfall” neu definiert und dem Begriff die Endgültigkeit entzieht?

Recyclingprozess von TerraCycle

Grafische Darstellung des Recyclingprozesses von TerraCycle.
© terracycle.eu

Indem er große Produzenten und Otto Normalverbraucher zusammenführte, gelang es ihm, Abfall wiederzuverwerten, der zuvor aus ökonomischen Gründen in der Müllverbrennung landete. Aus Weggeworfenem werden neue Rohstoffe und Produkte hergestellt und somit wertvolle Ressourcen geschont. Über so genannte “Sammelprogramme” kann sich jedermann an den Aktionen beteiligen und kostenlos alte Stifte, Zigarettenabfälle oder auch Aluminiumdosen recyceln und somit einen Beitrag für den Umweltschutz leisten. Auf diese Weise ist der Verbraucher selbst dazu in der Lage aktiv zu werden, seinen Abfall bewusst zu recyceln und ihm so ein zweites Leben zu geben.

 

Verantwortung des Einzelnen

Inzwischen gibt es TerraCycle in 21 Ländern – seit 2011 auch in Deutschland. Die Recyclingprogramme leben ausschließlich vom Engagement des Einzelnen und den daraus entstehenden Sammelteams. Ohne diese, wäre die Trennung bestimmter Abfallströme vom “Rest” und damit das Recycling gar nicht erst möglich. Um der Umwelt mit einfachsten Mitteln Gutes zu tun, beteiligen sich also Schulklassen, genau wie Kitas, Büros und Firmen wie z.B. der Flughafen Stuttgart oder die Uniklinik Dresden, an den Sammelaktionen. Die Teilnahme ist kinderleicht: man meldet sich online bei TerraCycle an, sammelt beispielsweise alte Stifte und schickt diese kostenlos an das Unternehmen – und sollte der Umweltgedanke selbst noch nicht genügend Motivation bieten, gibt es dank Markenpartnern wie etwa BiC die Möglichkeit pro recycelten Stift 2 Cent an eine gemeinnützige Organisation nach Wahl zu spenden. Über dieses Modell konnten weltweit bereits mehr als 10 Millionen Euro gespendet werden.

 

Unternehmen machen es vor

Wie es aussehen kann, wenn Unternehmen dem Abfall ihrer Produkte eine neue Bedeutung schenken, zeigt das neuste Projekt von TerraCycle, das sich mit der Wiederverwertung des Wertstoffs Aluminium befasst. Zusammen mit dem Drogerie Markt dm und Verbrauchsgüterhersteller Unilever wurde die Initiative “R’cycle!” ins Leben gerufen, bei der Kunden aufgefordert werden, ihre leeren Deo- und Haarspraydosen in den aufgestellten Recyclingboxen in allen dm-Märkten Deutschlands abzugeben. Aus je 400 gesammelten Dosen wird im Anschluss ein Kinderfahrrad hergestellt, welches an lokale Einrichtungen gespendet wird, um Kinder in ihrer Mobilität zu fördern. Bis April 2016 sollen so mit Hilfe der Verbraucher 800 Fahrräder entstehen. Mit der Initiative wollen dm und Unilever für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen sensibilisieren und Nachhaltigkeit erlebbar machen.

Die leeren Deodosen ganz einfach bei dm recyceln. © terracycle.eu

Die leeren Deodosen ganz einfach bei dm recyceln.
© terracycle.eu

Aus alten Deodosen werden neue Kinderfahrräder. © terracycle.eu

Aus alten Deodosen werden neue Kinderfahrräder.
© terracycle.eu

Fazit: Obwohl wir uns wohl noch etwas gedulden müssen, Abfall per se abzuschaffen, ist es doch schön zu wissen, dass jeder Einzelne von uns durch eine nachhaltige Lebensweise zu diesem Ziel beitragen kann. Recyclingkonzepte, wie das von TerraCycle, tun hierbei vor allem eines: Bewusstsein schaffen.

 

Alle weiteren Infos findet ihr unter terracycle.eu.