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postheadericonPaulo Coelho sieht Twittern als Kunst

Publiziert am 6 Juli, 2012 unter Prominente
Gute Nachrichten

Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho (“Der Alchimist”) begrüßt Raubkopien seiner Bücher. Das Internet ist ihm herzlich willkommen – er sieht es als globales Dorf. Coelho feiert die digitale Revolution und hat keine Angst, dass der Buchmarkt mit samt seinen Büchereien – Tempel, wie er sie nennt – verschwindet. Coelho sagt: “Der Film hat auch nicht das Theater gekillt”. Tweets und Blogeinträge sind für ihn bloße Kunst.

Paulo Coelho im Interview
Weltbekannter Schriftsteller Paulo Coelho
Bild-Quelle: zeit-online / dpa

Acht Millionen Fans begleiten den Bestsellerautor tagtäglich auf Facebook und seinen Blog lesen zwei Millionen Menschen im Monat. Auf diesem kann er direkt zu seinen Lesern sprechen. Coelho meint, dass die Verlage keine Ahnung hätten, wie wichtig so ein Kontakt zu den Fans sei. Nach wie vor seien Verlage und Buchläden jedoch unverzichtbar für die Autoren.

Vor kurzem verkaufte Coelho all seine E-Books für läppische 99 Cent das Stück. Alle, außer dem Alchimisten. Der Verleger spielte mit, da keinerlei Verbreitungs- und Druckkosten bei E-Books entstehen. Nach drei Wochen hat man die Promotion gestoppt. Was geschah? Die 99-Cent-Bücher haben den Alchimisten mitgezogen. In der Bestsellerliste der New York Times kletterte er vom 39 auf den 7. Platz hinauf. Paulo weiß: “Wenn du nicht geizig bist, wird dein Einsatz belohnt.”

In dem Interview in der “Zeit” sagt Coelho auf die Frage, was er über das Urheberrecht denke: “Das Urheberrecht ist eine Erfindung der Geschäftswelt, nicht der Autoren. Es schützt das Geschäft und nicht die Urheber. Meine Idee ist die Idee des Teilens. Meister Eckhart, der deutsche Mystiker, sagte: Teilen gehört zum menschlichen Wesen. Wenn du nicht teilst, dann existierst du auch nicht.”

Paulo Coelho sieht das Internet als eine ganz große Bandbreite an Möglichkeiten für den – wie er ihn nennt – “Internetuellen”. Er glaubt, dass der klassische Intellektuelle tot sei.

Ein Schriftsteller, dem man sagte, dass er mit seiner Arbeit niemals Geld verdienen würde, ist zum Bestsellerautor geworden. Vermutlich, weil er immer an sich und seine Arbeit glaubte und mit dem Herzen dabei war. Und er geht weiterhin mit dem Herzen, mit der Zeit und all seinem Wandel.

Das ausführliche Interview aus der “Zeit” findest du hier.

 

Quelle: zeit