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postheadericonIsrael erforscht medizinischen Cannabis ohne rauschhafte Nebenwirkungen

Publiziert am 3 Februar, 2014 unter Gesundheit
Goose

Durch Länder wie Uruguay, die USA und Israel ist die Diskussion über die Legitimation einer Legalisierung von Cannabis aktuell wieder in aller Munde. Denn gerade der medizinische Nutzen der Pflanze, der in zahlreichen Studien erforscht und als positiv bestätigt wurde, lässt das Interesse an Cannabis auch in Deutschland, das sich bisher der heilenden Wirkung der Pflanze auf gesetzlicher Ebene weitgehend verschließt und eine medizinische Behandlung nur erschwert möglich macht, steigen.

Cannabis, sativa, hanfpflanze

© van_mij / flickr.com

Neben einer Erforschung im Labor könnte der Blick nach Israel, wo Cannabis schon seit 20 Jahren als Medikament zugelassen ist, neue Erkenntnisse bringen. Denn dort werden die Bewohner des mittlerweile wohl bekanntesten Altersheims des Landes in der Nähe von Tel Aviv seit geraumer Zeit mit Cannabis behandelt. Zum Zeitpunkt der Einführung der neuen und unkonventionellen Behandlungsmethode 2012 war es das weltweit erste seiner Art, das diesen Schritt wagte. Die verabreichten Dosen wurden von Beginn an jeden Tag streng protokolliert. So konnten die Pflegerinnen und Krankenschwestern einen Einblick über die Wirkung erlangen und haben über die Zeit gelernt, welche Dosierungen für Erfolge sorgen. Und sowohl die Patienten als auch die Pfleger sind begeistert von der positiven Wirkung. Ein Vorteil von Cannabis als Medikament sind die geringen Nebenwirkungen. Als pflanzlicher Stoff ermöglicht er dem Körper eine schnelle Gesundung, ohne dass dieser erst einmal gegen die Wirkstoffe ankämpfen muss, wie es bei starken synthetischen Schmerzmedikamenten der Fall ist. Je nach Krankheitsbild eignen sich für die Behandlung eher Indica oder Sativa Sorten, die entweder eine schmerzlindernde oder auch konzentrationsfördernde und appetitanregende Wirkung haben können.

Die Blüten, die je nach Patient zum Rauchen in der Pfeife, als Tabletten oder auch durch Untermischen in die Nahrungsmittel verabreicht werden, bezieht das Altersheim von Tikun Olam. Die Gesellschaft, die sich schon namentlich nichts Geringeres als die “Heilung der Welt” auf die Fahne geschrieben hat, betreibt in Israel mehrere Cannabisgewächshäuser und treibt die Forschung auf dem Gebiet der medizinischen Nutzung weiter voran. Das Interesse bezieht sich besonders auf den Wirkstoff Cannabidiol (CBD), der neben Tetrahydrocannabinol (THC) in der Cannabis Pflanze enthalten ist. Denn dieser ist der ungiftige und entzündungshemmende Bestandteil der Pflanze, der nicht in Rauschzustände versetzt. Daher machte es sich Tikun Olam zur Aufgabe, eine Marihuanapflanze zu züchten, die durch einen besonders hohen CBD Anteil von 15,8 Prozent im Gegensatz zu einem weniger als einprozentigen Anteil von THC nur die positiven Eigenschaften von Cannabis hervorruft, ohne einen bewusstseinsverändernden Zustand auszulösen. Eine Integration in den Alltag ist damit problemlos möglich. Ruth Gallily, emeritierte Professorin der Immunologie an der Hebrew University in Jerusalem erforscht die Wirkung von CBD seit 15 Jahren und konnte belegen, dass Cannabis Entzündungen teils besser entgegenwirkt als konventionelle Medikamente.

Sie ist überzeugt, dass die Pharmaindustrie die Cannabis Forschung bewusst torpediert. Da Hanf als natürliches Pflanzenprodukt zum einen nicht patentierbar ist und zum anderen Cannabis und auch die synthetische Gewinnung von CBD sehr kostengünstig sind. Damit lassen sich keine großen Gewinne erzielen, warum man lieber weiterhin auf die synthetischen Schmerzmedikamente setzt, anstatt den Wirkungsgrad in den Vordergrund zu stellen.

Seht euch zum Thema diesen interessanten Beitrag aus dem ARD Magazin “Weltspiegel” an:

Den selben Beitrag findet ihr alternativ auch unter: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/br/israel-marihuana-100.html. Dieser ist dort allerdings nur noch bis zum 5.Oktober 2014 verfügbar.