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postheadericonNeue ″alte″ Technik senkt Stromverbrauch von Klimaanlagen

Publiziert am 14 März, 2013 unter Technik
Gute Nachrichten

Alles diskutiert über Energiesparmaßnahmen während der Heizperiode, also etwa für die Zeit von Mitte September bis Mitte Mai. Man lässt dabei gerne außer Acht, dass der Betrieb von Klimaanlagen zur Kühlung von Gebäuden im Sommer ebenfalls große Mengen von Strom erfordert.

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Adsorptionstechnik senkt den Verbrauch von Klimaanlagen drastisch.
© Jerzy / pixelio.de

Die Beratungsagentur Ecofys schätzt, dass in den kommenden 20 Jahren mit einer Verdoppelung der CO2-Emissionen alleine durch den höheren Stromverbrauch für die Kühlung von Gebäuden zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang ist es aufschlussreich zu wissen, dass drei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs für die Kühlung von Gewerbeimmobilien gebraucht werden.

Somit drängt sich die Frage auf: wie kühlen aber gleichzeitig Strom sparen? Genau diese Frage haben sich Mitarbeiter des Spin-Off- Unternehmens SorTech in Halle an der Saale gestellt. Dieses junge Unternehmen ging aus dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg hervor.

Die Antwort lautet kurz und bündig: Adsorptionstechnik.
Viele von uns kennen dieses Prinzip, wenn auch vielleicht nicht dem Namen nach. Man denke nur an das stromlose Kühlsystem für Party-Bierfässer. Diese Technik bietet zwei wichtige Vorteile. Kältemaschinen, die mit diesem Prinzip arbeiten, brauchen sehr wenig Strom und verwerten Wärme, die sonst ungenutzt verfliegt. Sie können deshalb überschüssige Wärme nutzen, wie sie zum Beispiel entsteht, wenn Blockheizkraftwerke im Sommer kaum Abnehmer für ihren Strom finden.

Die Forscher von SorTech setzen dabei auf äußerst poröse Naturprodukte wie Zeolithe. Damit bezeichnet man eine Gruppe von Mineralien, die in der Natur vorkommen aber auch synthetisch hergestellt werden können. Man hat einen luftleeren Kasten, in dem sich vier Systeme befinden, nämlich ein Kaltwasserbehälter, zwei mit Zeolithen gefüllte Behälter, die beiden Adsorber, und ein Kondensator. Zu Beginn des Prozesses öffnet man ein Ventil zwischen dem ersten Adsorber und dem Wassertank. Da der Kasten luftleer ist, verdampft Wasser bereits unterhalb von der Zimmertemperatur. Die Zeolithe saugen den Wasserdampf schnell auf und kühlen sich wegen der entstehenden Verdunstungskälte ab. Diese Kälte wird nun für die Klimatisierung genutzt. Im zweiten Adsorber, der sich mit Wasserdampf vollgesaugt hat, geschieht der umgekehrte Prozess. Der Adsorber wird mit Überschusswärme geheizt, was zur Folge hat, dass das Wasser wieder verdampft und in den kälteren Kondensator eindringt. Dort wird der Dampf wieder zu Wasser, das anschließend in den Vorratsbehälter zurückfließt. Es entsteht also eine Art Schaukelprozess. Die beiden Adsorber saugen abwechselnd Wasser an oder werden erwärmt. Einmal der erste, dann der zweite.

In unserem Breiten reicht es, wenn der Vorratstank mit der Umgebungsluft gekühlt wird. In tropischen oder subtropischen Regionen mit ihren hohen Lufttemperaturen empfiehlt SorTech, Rohre im Erdreich zu verlegen, durch die man das Wasser aus dem Vorratstank pumpt, denn selbst in heißen Wüstengegenden liegt die Erdtemperatur in wenigen Metern Tiefe bei weniger als zehn Grad.

André Weiß, der Vertriebsleiter bei SorTech sagt, dass mit diesen Maschinen die Klimakosten um bis zu 70 Prozent reduziert werden könnten. Der Preis beträgt etwa 900 Euro pro Kilowatt Leistung. Die Anlagen gibt es mit von fünf bis fünfzig Kilowatt Kälteleistung. Sie sind vielseitig einsetzbar, sowohl für Privathäuser als auch im Handwerk und in der Industrie.

Wer weiß, vielleicht kamen die Leute von SorTech auf die Idee bei einer Fete mit Bier aus gut gekühlten Party-Fässern? ;-)

 

Quelle: green.wiwo.de