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postheadericonEin Surfboard aus Pilzen

Publiziert am 24 Oktober, 2013 unter Umwelt
Gute Nachrichten

Surfer lieben das Gefühl von Freiheit und das Verschmelzen mit der Natur. Um letzterem noch ein Stück näher zu kommen, warum nicht gleich ein Surfbrett aus 100 Prozent natürlichem Werkstoff herstellen? Eine ähnliche Frage haben sich wohl auch die Designer des US-Unternehmens Ecovative mit Sitz in New York gestellt und erschufen ihr neues Produkt “Mushroom Surfboard” – ein Surfbrett, aus Pilzen. Es handelt sich hierbei um ein rein pflanzliches Baumaterial, das eine echte Alternative zu den meist aus Hartschaum gefertigten Surfboards darstellt.

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© Bichuas (E. Carton) / flickr.com

Ecovative ist bekannt für ihre Pilz-Produkte, wie wir bereits in einem früheren Artikel, in dem es um Dämmmaterial aus Pilzen geht, berichteten. Neben Surfbrettern und Dämmplatten, produzieren die Designer Thermobehälter, Pappbecher und Verpackungsmaterial.

Bei den Mushroom Surfboards verwendet das Unternehmen die sogenannten Myzele von Pilzen. Das sind die fadenförmigen Zellen eines Pilzes, die sich meist im Erdreich ausbreiten und eine unglaubliche Größe von über einem Quadratkilometer erreichen können. Diese Eigenschaft der Myzele nutzt Ecovative für ihre Surfboards. Ihr Material mit dem Namen “Myco Foam”, was so viel wie Pilzschaum bedeuten dürfte, züchten die Macher, wie auch bei ihren anderen Produkten, auf landwirtschaftlichen Abfällen. Heraus kommt ein Werkstoff, der sowohl leicht als auch stabil ist und verglichen mit Materialen aus Erdöl locker mithalten kann.
Die Designer setzten damit auf die Kreislaufwirtschaft, auch bekannt unter dem Prinzip Cradle to Cradle. Ihre Produkte entstehen auf natürliche Weise, sind erneuerbar, regenerativ und biologisch abbaubar. Ecovative verzichtet generell auf Klebemittel oder Kunststoffe.

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© ecovativedesign.com

Um ein solchen Pilz-Surfbrett herzustellen, muss der Myco Foam weder gestanzt noch gepresst werden, sondern lediglich in Formteilen gezüchtet werden. Der Pilzschaum dehnt sich auf natürlichem Weg in der vorgegebenen Form optimal aus und hat diese in fünf bis sieben Tagen die erreicht. Zur weiteren Freude der Kunden bietet das Unternehmen die Möglichkeit, den Flex im Board individuell anpassen zu können, denn die Designer sind durch die Züchtung in der Lage, das Surfbrett jeweils härter oder weicher herzustellen. Fertig ist das etwas andere, “grüne” Surfboard, dass, falls es einmal ausgedient haben sollte, bequem im Biomüll entsorgt werden kann.

Herstellung und die ersten Schwimmversuche seht ihr in folgendem Video:

Anfang Oktober wurde das Surfboard auf der Boardroom-Messe in Coats Mesa/Kalifornien vorgestellt. Wann das Pilz-Surfbrett jedoch in Serie produziert werden wird, ist bisher leider nicht bekannt.
Eine super Idee, die so manches Surferherz höher schlagen lassen dürfte! :)

Mehr Infos zum Thema findet ihr hier: ecovativedesign.com

 

Quellen: surfersmag.mpora.de; motherboard.vice.com; ecovativedesign.com; triplepundit.com