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postheadericonTchibo fördert bessere Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

Publiziert am 20 August, 2015 unter Erfolgsgeschichten
Gute Nachrichten

Die Problematik der schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten in Entwicklungs- und Schwellenländern bei den Zulieferern für europäische Abnehmer ist allgemein bekannt. Tchibo hat das Dialog- und Trainingsprogramm WE (Worldwide Enhancement Social Quality) bei seinen strategischen Lieferanten eingeführt. Das Programm WE hat zum Ziel, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erreicht wird. Tchibo hat WE zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelt und mehrere Jahre erprobt. Mittlerweile kommen 75 Prozent aller Tchibo Produkte aus 320 WE-Produktionsstätten in neun Ländern.

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© tchibo.com

Nanda Bergstein, die Leiterin des Geschäftsbereichs Lieferantenbeziehungen & Nachhaltigkeit Non Food bei Tchibo betont: “Wir setzen an einer der wesentlichen Ursachen für Missstände in den Betrieben an: An der schwierigen Beziehung zwischen den Beschäftigten und ihren Vorgesetzten vor Ort.” Die Deutschinderin hat das neuartige Dialog- und Trainingsprogramm in die Einkaufs- und Qualitätsprozesse bei Tchibo eingebaut. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass Kontrollen vor Ort nicht zum gewünschten Erfolg führten. “Die Fabrikmanager fühlten sich bevormundet und waren nicht bereit zu kooperieren. Wir haben uns damals gefragt, was wir anders machen können, damit die Fabriken aus eigenem Antrieb Verbesserungen einführen. Wir kamen zu dem Schluss, dass das nur über einen kontinuierlichen und offenen Dialog zwischen Beschäftigten und Management geht”, argumentiert Frau Bergstein.

Das Ziel von WE ist, langfristig und dauerhaft Sozialstandards in den Produktionsstätten internationaler Handelsunternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern einzuführen. Gewinner sollen dabei alle Beteiligten, insbesondere natürlich die Arbeiter, sein. Der größte Handlungsbedarf besteht bei der Regelung der Arbeitszeiten und der Löhne, sowie der Zusammenarbeit zwischen Managern und Arbeitnehmern. Weitere Themen sind das Verbot von Kinderarbeit, sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Wichtig für den Erfolg von WE ist der Einsatz von Trainern aus den entsprechenden Kulturkreisen vor Ort. In den neun WE-Ländern Bangladesch, China, Indien, Kambodscha, Laos, Vietnam, Äthiopien, Thailand und der Türkei gibt es eine Gruppe von vierzig gut ausgebildeten Trainern, die mit internationalen Beratern zusammenarbeiten. Die Trainer vermitteln Fachwissen und sind das Bindeglied zwischen Managern und Beschäftigten. Ihr Ziel ist es, praxisnahe Maßnahmen für verbesserte Arbeits- und Produktionsbedingungen festzulegen.

WE-Workshop

WE-Workshop in Vietnam
© tchibo.com

Seit Einführung des WE-Programms sind in vielen Fabriken die Löhne und die Zusatzleistungen gestiegen. In der Mehrzahl der Betriebe gibt es mittlerweile Arbeitnehmervertretungen. Zusätzliche Sozialleistungen wie zum Beispiel Unterkünfte und Kantinenessen wurden eingeführt.

Einige der Probleme sind jedoch nicht alleine auf Fabrikebene lösbar. Um alle Probleme in den Griff zu kriegen, braucht es eine Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, NGO`s und Gewerkschaften. Tchibo beteiligte sich als erstes europäisches Unternehmen schon 2012 zusammen mit dem US-amerikanischen Unternehmen Philip van Heusen, der Clean Clothes Campaign und der globalen Dachgewerkschaft INDUSTRIALL an der Entwicklung des Brandschutzabkommens Bangladesch. Aktuell entwickelt Tchibo zusammen mit anderen internationalen Handelsunternehmen und INDUSTRIALL eine Initiative zur Durchsetzung von Tarifverhandlungen in allen Produktionsmärkten. Hierfür dient das WE-Programm als Vorbild für den Dialog über Veränderungen zwischen allen Parteien.

Alles weiteren Infos findet ihr zum Beispiel unter: eduscho.at und we-socialquality.com.

 

Quelle: tchibo.de